UNHCR-Chef Grandi appelliert an die Welt, die Menschen in der Ukraine nicht zu vergessen
UNHCR-Chef Grandi appelliert an die Welt, die Menschen in der Ukraine nicht zu vergessen

Drei Jahre nach dem verheerenden Krieg in der Ukraine sind Millionen von Ukrainerinnen und Ukrainern – ein Drittel der aktuellen Bevölkerung – dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ihre Notlage sollte trotz der politischen Ereignisse weiterhin oberste Priorität haben.
Etwa 10,6 Millionen Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben und suchten Schutz, innerhalb der Ukraine und im Ausland. Die meisten flüchteten in den verheerenden Anfangsphasen der russischen Invasion, doch die anhaltenden, massiven Luftangriffe fordern weiterhin täglich Opfer und vertreiben Menschen. Allein in den letzten sechs Monaten wurden mehr als 200.000 Menschen aus den Frontgebieten im Osten und Norden des Landes evakuiert.
Unaufhörliche Angriffe auf kritische zivile Infrastruktur, einschliesslich Energieanlagen, haben dazu geführt, dass viele Menschen ohne Wärme und Strom leben müssen. Mehr als 2 Millionen Häuser– rund 10 Prozent des gesamten Wohnungsbestands – wurden in der Ukraine beschädigt oder zerstört.
Die Sehnsucht nach der Heimat ist für die geflüchteten Ukrainer stark. Obwohl 60 Prozent der Flüchtlinge auf eine Rückkehr hoffen, hindern sie derzeit Unsicherheit, Wohnungsmangel und begrenzte Arbeitsmöglichkeiten daran. Sobald sich die Bedingungen verbessern und eine freiwillige Rückkehr möglich wird, werden Notunterkünfte und humanitäre Hilfe eine Schlüsselrolle im Wiederaufbau spielen.
Seit den ersten Tagen des Krieges unterstützt UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, die humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau in der Ukraine und in den Ländern, die fast 7 Millionen Flüchtlinge grosszügig aufgenommen haben.
Gemeinsam mit unseren zahlreichen lokalen Partnern leisten wir lebenswichtige Hilfe. Notunterkünfte schützen die Menschen vor den Elementen, während finanzielle Unterstützung es ihnen ermöglicht, grundlegende Bedürfnisse zu decken. Psychosoziale Ersthilfe bietet Unterstützung für die psychische Gesundheit und hilft den Betroffenen, das Trauma dieses verheerenden Krieges zu bewältigen.
In Zusammenarbeit mit der Regierung hat UNHCR den Menschen geholfen, ihre vom Krieg beschädigten Häuser wiederaufzubauen, verlorene Dokumente zu ersetzen und Zugang zu Entschädigungen zu erhalten. Wir stellen sicher, dass die Menschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, Zugang zu aktuellen Informationen über verfügbare Dienstleistungen und Unterstützung haben, damit sie fundierte Entscheidungen über ihre Zukunft treffen können.
Während wir diesen düsteren, traurigen Meilenstein erreichen, bleibt UNHCR in der Ukraine vor Ort. Wir werden beim Wiederaufbau des Landes unterstützen und bereit sein, den Menschen zu helfen, die zurückkehren möchten, sobald der Himmel frei von Raketen und Drohnen ist.
Das Ausmass der Zerstörung und die grosse Zahl der Vertriebenen machen den Wiederaufbau jedoch zu einer gewaltigen Aufgabe, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen sein wird. Die Hilfe muss den Menschen zugutekommen, deren Häuser durch den Krieg beschädigt wurden, und denen, die ihr Zuhause vollständig verloren haben. Nach drei Jahren der Kämpfe und Bombardierungen haben die Menschen Arbeitsplätze, Schulen, Gemeinden - und am schlimmsten, auch geliebte Menschen - verloren. Sie werden unsere ganze Unterstützung brauchen.
Die Tötung von Zivilisten, die unaufhörlichen Angriffe und die Zerstörung von Häusern und ziviler Infrastruktur müssen aufhören. Der Prozess des Wiederaufbaus muss fortgesetzt werden.